In Fuhrparkprojekten ist ein GPS-Gerät kein Selbstzweck. Esist eine Datenquelle, auf deren Basis die Kontrolle über die Fahrzeugnutzung,Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und schnelle Reaktion auf Ereignisse aufgebautwerden. Richtig ausgewählte Hardware muss vor allem zuverlässig,servicefreundlich und kostenplanbar sein – und zugleich auf technologischeVeränderungen vorbereitet bleiben, etwa auf den Übergang von 2G zu 4G inEuropa.
Im Folgenden stellen wir unseren Ansatz zu Teltonika-Gerätenin Flotten bis 3,5 Tonnen vor: womit wir im Alltag arbeiten, welchezusätzlichen Lösungen sich lohnen können und wie die partnerschaftlicheZusammenarbeit mit dem Hersteller aussieht.
Teltonika-Geräte, mit denen wir im Alltag arbeiten
Bei standard Fuhrparkimplementierungen nutzen wir dreigrundlegende Teltonika-Modelle aus der FM-Plattform:
- FMC 920 – ein 4G-Gerät für die feste Installation,das an die Fahrzeugelektrik angeschlossen wird.

- FMC 800 – ein 4G-Gerät für den OBD2-Anschluss, daseine einfache und schnelle Montage ermöglicht.
- FMB 020 – ein 2G-Gerät für den OBD2-Anschluss, sehrkompakt und schnell implementierbar. Heute betrachten wir dieses Modell jedochvor allem als Übergangslösung – aufgrund der Veränderungen in derNetzwerkinfrastruktur.

In der Praxis ist entscheidend, dass Geräte dieser Klasseein konsistentes und gut planbares Funktionspaket bieten. Sie unterscheidensich vor allem durch die Art der Montage und die daraus resultierendenoperativen Konsequenzen.
Was Standard-Telemetrie einer Flotte tatsächlich bringt
Für Flotten bis 3,5 Tonnen bilden Daten die Grundlage, diesich einfach in Prozesse und Reporting integrieren lassen:
- Fahrzeugstandort und Routenhistorie,
- dynamische Ereignisse aus dem Beschleunigungssensor, alsoBeschleunigung in drei Achsen, wodurch unter anderem starkes Bremsen, starkesBeschleunigen oder Bewegungsanomalien erkannt werden können,
- bei OBD2-Montage: ausgewählte Betriebsdaten, zum BeispielKilometerstand oder ausgewählte Kraftstoffparameter – abhängig vom Fahrzeug undden verfügbaren Auslesemöglichkeiten.
Das ist die Grundlage für den Aufbau von Services undAutomatisierung: von der Kontrolle der Fahrzeugnutzung über Ereignismonitoringbis hin zu Abrechnungen und der Verifizierung von Fahrten.
Die Montage ist entscheidend: OBD versus festeInstallation
Im Fuhrparkumfeld ist die Montage ebenso wichtig wie dietechnischen Parameter des Geräts:
- OBD2 – schnellste Implementierung, einfachererService und minimale Eingriffe in das Fahrzeug;
- Feste Installation, kabelgebunden – höhereDiskretion, bessere mechanische Stabilität und mehr Kontrolle über diePositionierung des Geräts.
In der Praxis spielt bei OBD2 auch die Ergonomie einewichtige Rolle. 4G-Geräte im OBD-Format sind größer als ihre 2G-Pendants. Daskann in der Fahrerkabine spürbar sein – etwa durch Sichtbarkeit, Hervorstehendes Geräts oder das Risiko, versehentlich daran hängen zu bleiben. DiesesDetail kann in großen Flotten einen direkten Einfluss auf dieNutzerzufriedenheit und die Reduzierung „mechanischer“ Vorfälle rund um dieGeräte haben.
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Warum wir konsequent auf 4G umstellen
Die Abschaltung von 2G in Europa ist kein einmaliges„Umschalten“. Es handelt sich um einen schrittweisen Prozess, der je nach Landund Netzbetreiber unterschiedlich verläuft. Für international eingesetzteFlotten bedeutet das ein Risiko zeitweiser Verluste der Live-Sichtbarkeit vonFahrzeugen in Ländern, in denen 2G nicht mehr funktioniert – selbst wenn dasNetz in Deutschland noch verfügbar ist.
Geräte können Daten zwischenspeichern und nach der Rückkehrin die Netzabdeckung nachträglich senden. Das ersetzt jedoch keinOnline-Monitoring. Deshalb ist 4G bei mehrjährigen Fuhrparkverträgen diesicherere und zukunftsfähigere Wahl.
In der Schweiz wurde 2G bereits abgeschaltet. Auf vielenanderen Märkten liegen die Termine jedoch erst in der zweiten Hälfte desJahrzehnts: In Deutschland nennt die Deutsche Telekom den 30. Juni 2028, inFrankreich spricht Orange von einer Abschaltung bis Ende 2026, in Finnland soll2G bis Ende 2029 aufrechterhalten werden, und in Norwegen nennen Betreiberunterschiedliche Zeitpunkte – von 2025 bis 2027.
Die neuere FT-Plattform und Dead Reckoning: Genauigkeit,wenn GPS ausfällt
In fortschrittlicheren Teltonika-Modellen ist die Funktion DeadReckoning verfügbar – also die Schätzung der Fahrzeugposition bei Verlustdes GPS-Signals, etwa in Tunneln, Tiefgaragen oder dichter städtischerBebauung.
Diese Lösung bietet:
- einen stabileren Routenverlauf mit weniger „Sprüngen“ undVerzerrungen,
- höhere Datenzuverlässigkeit für Geofencing und Abrechnungen,
- bessere Informationsqualität im urbanen Umfeld.
Besonders wertvoll ist diese Lösung dort, wo die Genauigkeitder Fahrzeugspur konkrete geschäftliche Auswirkungen hat – zum Beispiel bei derBestätigung von Besuchen, der Routenabrechnung oder automatischen Ereignissenin Geozonen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass höhere Präzision in der Regelmit höheren Gerätekosten verbunden ist. Diese sind erst dann sinnvoll, wenn dieOrganisation diese zusätzliche Datenqualität tatsächlich nutzt.
Backup-Tracker: eine zusätzliche Sicherheitsebene für dasFahrzeug
Ein besonders interessanter Ansatz zum Schutz der Flotte isteine zweistufige Konfiguration:
Der Basis-Tracker übernimmt das Standard-Monitoring.
Ein zusätzliches, verstecktes batteriebetriebenes Gerätdient als Backup-Tracker und beginnt mit der Übertragung, wenn das Fehlen desBasisgeräts erkannt wird – zum Beispiel nach dem Abziehen, bei Sabotage oderbei einem Ausfall.
Diese Lösung ist besonders sinnvoll für Flotten mit erhöhtemDiebstahl- oder Sabotagerisiko. Sie ist zugleich praktisch: Der versteckteTracker arbeitet im Energiesparmodus und „wacht“ erst dann auf, wenn ertatsächlich benötigt wird. Im Gegenzug erfordert dieser Ansatz eine geplanteoperative Reaktion, da der Wiederherstellungsmodus durch die Batteriekapazitätbegrenzt ist.
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CAN und tiefere Telemetrie: mehr Daten, höhereKomplexität
Der CAN-Bus, also Controller Area Network, ist das„Kommunikationsrückgrat“ moderner Fahrzeuge. Er verbindet Steuergeräte undermöglicht das Auslesen sowie Analysieren von Daten aus dem Bordcomputer inEchtzeit. Der Zugriff auf CAN ermöglicht eine detaillierte Diagnose – etwaKontrollleuchten und Fehler, Reparaturhinweise, Überwachung von Reifendruck,Sicherheitsgurten oder Türöffnungen und -schließungen. Darüber hinaus kann aucheine Fernsteuerung bestimmter Fahrzeugfunktionen möglich sein, zum BeispielKlimaanlage, Heizung, Beleuchtung oder Zentralverriegelung.
CAN unterstützt zudem zusätzliche Sicherheitsfunktionen wiedas ferngesteuerte Blockieren der Zündung, das Verriegeln des Fahrzeugs oderdas Auslösen eines akustischen Signals. In weiter fortgeschrittenen Lösungensind auch schlüsselloser Zugang und umfassende Fernbedienung möglich.
Für Fahrer und Fuhrparks bieten auch Betriebsdaten einenhohen Mehrwert: direkte Verbrauchsauslesung, Registrierung von Tankvorgängenund Erkennung von Unregelmäßigkeiten, fortgeschrittene ECO-Analyse – etwaGaspedalnutzung, Motordrehzahl oder Bremsverhalten – sowie der Aufbau einer„Wissensbasis“ über das Fahrzeug: Kilometerstand, Verbrauch, Standort undStraßenereignisse. Dadurch wird sogar eine Prognose derFahrzeugunterhaltskosten möglich.
Die Integration mit dem CAN-Bus eröffnet Zugang zu einemdeutlich breiteren Datensatz des Fahrzeugs, erhöht jedoch Kosten undKomplexität der Implementierung. Erforderlich sind eine spezialisiertereMontage, längere Installationszeiten und häufig zusätzliche Systemkomponenten.Für Flotten bis 3,5 Tonnen ist CAN dann eine Überlegung wert, wenn das Zieleine fortgeschrittene Betriebs- und Nutzungsanalyse ist.
Nicht jede Flotte benötigt das technologisch „stärkste“Gerät. Es gibt jedoch Szenarien, in denen es sinnvoll ist, über den Standardhinauszugehen – insbesondere dann, wenn ein Unternehmen datenbasierte Servicesweiterentwickeln möchte oder in einem Umfeld mit erhöhtem Risiko arbeitet.
Montagezubehör: einfache Verbesserungen mit großerWirkung
In vielen Flotten entsteht Optimierung nicht durch denWechsel des Geräts, sondern durch die Lösung praktischerImplementierungsprobleme: OBD-Verlängerungen, Adapter, ein ausgearbeiteterMontagestandard oder spezielle Elemente zur Verbesserung der Ergonomie. Häufigist dies der schnellste Weg, um eine schnelle Installation mit Nutzerkomfort zuverbinden.
Wie die Zusammenarbeit mit Teltonika in der Praxisaussieht
Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller basiert auf einemlangfristigen, volumenorientierten Ansatz.
Der Status als Platinum Partner bestätigt dieEinkaufsskala und führt zu konkreten, messbaren Vorteilen:
- bessere Preisbedingungen,
- stabilere Planung von Lieferungen und Modellverfügbarkeiten,
- effizientere Abstimmung kommerzieller Konditionen beigrößeren Volumina.
In Fuhrparkprojekten ist das entscheidend: Der Gerätepreisist nur ein Teil der Gesamtkosten, gewinnt aber bei großer Stückzahl anBedeutung. Gleichzeitig entscheidet die Planbarkeit der Lieferkette über dieTermine von Implementierungen.
Arbeitsmodell: Bestellungen, Lieferungen,Ansprechpartner-Support und Markterfahrung
Bei großen Volumina erfordert die Zusammenarbeit mit demLieferanten vorausschauende Planung – teilweise quartalsweise oder sogarjährlich. Der Einkaufsprozess ist einfach und transparent: Bestellung,Abrechnung, Lieferung. Entscheidend ist, dass wir auf einer begrenzten Anzahlvon Modellen basieren. Dadurch sichern wir Konsistenz bei Montage,Konfiguration und Service.
In der Praxis ist auch der Zugang zu Kompetenzen aufHerstellerseite von großer Bedeutung. Die Zusammenarbeit endet nicht mit demKauf der Geräte. Sie umfasst Implementierungsberatung, Empfehlungen zuMontagelösungen sowie Zugang zu Erfahrungen aus anderen Märkten und Projekten.Das beschleunigt die Lösung typischer Fuhrparkprobleme: Montageergonomie,Auswahl von Zubehör, Standardisierung der Installation oder Vorbereitungunterschiedlicher Varianten für verschiedene Fahrzeugmarken und -modelle.
Technologie muss den Services dienen – nicht umgekehrt
In Flotten bis 3,5 Tonnen liefert ein praktischer Ansatz diebesten Ergebnisse:
- Auswahl von Geräten, die gegenüber technologischenVeränderungen widerstandsfähig sind – 4G als Standard,
- Fokus auf Daten, die reale Prozesse unterstützen,
- Standardisierung von Modellen und Montage fürSkalierbarkeit.
Bereitschaft, bei klarem Business Case auf Lösungen „überden Standard hinaus“ zurückzugreifen – etwa Dead Reckoning, Backup-Tracker oderCAN.
Gerade die Verbindung von Hardware-Kompetenz undImplementierungserfahrung sorgt dafür, dass Telemetrie nicht länger nur ein„GPS-Ortungsgerät“ ist, sondern zu einem Werkzeug für das Management vonFlotte, Risiko und Kosten wird.




